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Yukon - Abenteuerliche Wildnis

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Einsame Weiten empfangen den Besucher im Yukon Territory. Drei Highways und zwei romantische Schotterpisten durchkreuzen die Region, wo Goldsucher früher ihre Claims absteckten und heute  verlassene Minen und Geisterstädte einsam über die Landschaft wachen.

Die Geschichten von Jack London rum Goldfunde am Klondike River sind Legende. Verlassene Häuser und Saloons in Geisterstädten erinnern noch heute an diese abenteuerliche und aufregende Zeit. Das Yukon Territory, mit der außergewöhnlichen Naturbelassenheit seiner Landschaft, grenzt unmittelbar an Alaska und ist mit 482.000 qkm Fläche nur wenig größer als Deutschland, beherbergt allerdings nur 25.000 Menschen, die sich hauptsächlich in der Umgebung der Landeshauptstadt Whitehorse niederließen.

Drei Highways führen durch die Region: Alaska, Klondike und Campbell Highway. Die Nahanni Range Road und die Canol Road sind mit dem Schwinden wirtschaftlicher Interessen, der Zeit zum Opfer gefallen. Als letzte der romantischen Schotterpisten in die Wildnis bestehen nur noch der Dempster Highway und die kurze Strecke des Top-of-the-World-Highways nach Süden.

Legendäre Highways

Der Alaska Highway von Dawson Creek nach Fairbanks (Alaska) führt auf dem Gebiet des Yukon Territory über mehrere kleinere Pässe, vorbei an Gebirgstälern mit imponierender Szenerie. Über 50 km führt der Highway zunächst am Ufer des Teslin entlang, an dessem  Ende die Schotterpiste der South Canol Road einen Abstecher nach Norden in nahezu unberührte Wildnis erlaubt. Bei der nächsten Raststätte, „Cristal Palace“ bei Jokes Corner, erlaubt die Schotterstraße des kurzen (55 km) Highways Nr. 8, den Rundkurs um eine Fahrt nach Carcross zu erweitern.

Carcross, entstanden an den Gleisen der seit 1982 stillgelegten Yukon-Eisenbahn, bietet einer Reihe sehr beachtenswerten Baudenkmäler: Bahndepot, Westernkaufladen, Hotel, Brücken- und Kaianlagen, ein Zuhause. Besonders fällt das alte Eisenbahndepot ins Auge (geöffnet Mai bis September), Tel. 0867/821-4431. Rings um das Dorf liegen die malerischen großen Seen, Quellwasser des Yukon und einst Zugangswege zum Gold. Des weiteren sollte man die nördlich am Klondike Highway gelegene Carcross Desert, eine kleine Wüste mit echten Sanddünen und Wüstenflora, nicht versäumen.

Whitehorse – Hauptstadt der Wildnis

Die Landeshauptstadt Whitehorse liegt direkt am Yukon River, wo auch die Innenstadt, auf dem engen Schwemmlandstreifen am Fluss, ihren Platz fand. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören der am Alaska Highway gelegener Botanischer Garten, die Yukon Gardens. Das Gegenstück ist die Northern Splendor Reindeer Farm, am Stadtausgang nach Dawson City und bereits am Klondike Highway, Meile 10,5, gelegen. Oberhalb der Stadt liegt der Yukon Staudamm mit der Lachsaufstiegsleiter. Der Damm ist von Riverdale aus zugänglich, aber nur im Juli sind dort Lachse zu beobachten. Direkt an der Yukon Brücke liegt seit 1955 der Flußdampfer „Klondike“ komplett eingerichtet im Stil der damaligen Zeit. Es wird sogar ein Film in deutscher Sprache gezeigt, der die Geschichte der Sternwheeler erzählt.

Entlang des Alaska Highways, 30 km vom Stadtzentrum entfernt, liegen die Takhini Hot Springs, ein Schwimmbad mit Wasser aus den heißen Quellen, Restaurant und einem breiten Freizeitangebot.

Quer durch die grenzelosen Weiten

Nördlich von der Landeshauptstadt steht man am Scheideweg: rechts geht es auf dem Klondike Highway ins Goldland, geradeaus auf dem Alaska Highway weiter. Letzterer führt zunächst über 160 km nach Haines Junction und dem Sitz der Verwaltung des Kluane National Parks. Unterwegs passiert man die endlos langen Seen mit ihrer einladender, idyllischer Abgeschiedenheit mit je zwei primitiven Campingplätzen zum Wandern und Angeln.

Ghosttown Silver – die Geisterstadt

Von Haines Junction kann man in Südrichtung über die Haines Road den Kluane Park streifen. Bei Haines, am Ende der Haines Road in Alaska, lockt ein Adler-Schutzgebiet mit seinen 1000 geflügelten Bewohnern.
Auf dem Alaska Highway trifft man nach Haines Junction, noch vor dem Kluane Lake, auf eine unscheinbare Abzweigung nach rechts, die in die alte Goldgräbersiedlung und heutige Ghosttown Silver City führt. Deren im Wind klappernde Türen und quietschende glaslose Fenster darf man nicht auslassen.

Entlang des Kluane Lakes, wo der Alaska Highway schlendert, liegen zwei kleine Siedlungen, Destruction Bay und Burwash Landing sowie einige Lodges, Restaurants und Campingplätze.

Nördlich des Kluane Lakes kreuzt der Highway die Urstromtäler des Donjek und des White River. 300 km von Haines Junction entfernt liegt der kleine Grenzort Beaver Creek mit gerade mal 125 Einwohnern, dem Westmark Inn Hotel, Motels und Kaufladen samt Benzinpumpe. Das Naturschutzgebiet des Kluane setzt sich in Alaska fort. Bei Tetlin Junction zweigt der Highway Nr. 5, eine eng und staubige Schotterstraße mit paradiesischer Landschaft, ab, der nach Dawson City am Yukon River führt.

Nach 150 km kommt dann wieder eine Weggabelung Richtung Norden, entlang der Highway No. 5 oder man biegt bei Jack Wade rechts ab, über die Grenze zurück ins Territorium und auf den Top-of-the-World-Highway. Dieser auch YT Nr. 9 genannte Highway wird seinem Namen gerecht, da er sozusagen in Berggipfelhöhe mit grandiosen Ausblicken auf Täler, Wälder, Berge und Gewässer aufwartet, bis man schließlich tief im Tal des Yukon es an der Fähre steht, die den Reisenden kostenlos über den Fluss nach Dawson City trägt.

Dawson – altes Goldsuchernest

Die einstige Stadt Dawson City ist dem Goldrausch von 1898 entsprungen, der dem Fund am Bonanza Creek von 1896 folgte. Sie hatte einst über 50.000 Einwohner. Heute leben hier nur noch ca. 500 Menschen, meist Indianer vom Stamme der Han. Im Sommer, wenn Tausende an diesem Ort zusammenkommen, um das Flair des Goldsturms noch einmal aufleben zu lassen, erwacht die Stadt zum neuen Leben. Vieles erinnert an vergangene Zeiten: diesseits bei der Fähre der Schiffsfriedhof, drüben sogar Jack Londons Blockhaus, der ja den Ansturm der Goldsucher so anschaulich beschrieb. Ihm ist hier ein eigenes Museum gewidmet.
Vom Midnight Dome, dem Berg über der Siedlung, auf den man mit dem Auto hinauffahren kann, hat man einen wundervollen Rundblick über Dawson City, die Flüsse und das Goldfeld am Klondike River. Für den Amüsierbedürftigen sind zahlreiche Möglichkeiten geboten, sein Geld loszuwerden. Entweder geht man ins Palace Grand Theater oder man versucht sein Glück im Diamond Tooth Gertie’s Gambling Hall. Der unerlässliche Besuch des Goldfeldes bietet vieles: die mächtige Maschine des Goldbaggers Nr. 4, die einstigen Wartungsanlagen im Bear Creek Camp und natürlich den Touch der Geschichte durch unzählige Relikte sowie Schaumaterial in den Museen. Höhepunkt ist der historische Claim, in dem man selbst das Goldwaschen versuchen kann.

Ab Dawson City führt der asphaltierte Klondike über das Indianerdorf Carmacks 540 km zurück in die Hauptstadt. Entlang der Straße folgen folgen Raststätten und Tankstellen in regelmäßigen Abständen. Einige davon liegen recht romantisch, wie z.B. das von einer jungen Schweizer Familie geführte Moose Creek Lodge und der abseits am Ufer des Yukon liegende komfortable Campingplatz Minto Resort Ltd. An der Brücke über den Pelly und Stewart River gelegenen Indianerdörfer bieten Gelegenheit zum Einkauf.

Staubiger Campbell Highway

Nördlich von Carmacks, der nächsten größeren Stadt am Klondike Highway, liegen im Tal die Five Finger Rapids, die sehenswerten, einzigen Stromschnellen des Yukon River. Nicht weit davon zweigt der Campbell Highway ab. Er führt Richtung Südosten über staubige 600 km nach Watson Lake, der vor allem für seine Einkaufsmöglichkeiten bekannt ist. Vor allem glänzt es mit einer Einzigartigkeit: dem Schilderwald. Eine allmählich gewachsene Pfostenreihe, an der Touristen mittlerweile über 10.000 Ortsschilder aus aller Welt angenagelt haben.
Bleibt man auf dem Klondike Highway bleibt, dann quert man zunächst den Yukon River auf jener niedrigen Brücke über, die dem Schiffsverkehr ein Ende bereitete. Die einzige Raststätte an der Straße folgt erst viel später. Die Braeburn Lodge bietet deftige Hausmannskost und vor allem sehr empfehlenswerte „Cinnamon Buns“, ein lockeres Hefe-Zimt-Rosinen-Staubzuckergebäck. An einigen herrlichen Seeflächen mit Campingplätzen vorbei erreicht man dann kurz vor Whitehorse die Abzweigung zum mächtigen Lake Laberge. Zurück in Whitehorse hat man dann einen Rundkurs von ungefähr 3000 km hinter sich.
 

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