Dramatisches Licht, effektvolle Schattenspiele und farbliche Nüchternheit prägen das Werk des Malers Bartolomé Esteban Murillo, der als einer der Hauptvertreter des spanischen Barock gilt. Zu seinen Ehren hat die Stadtverwaltung von Sevilla eine touristische Route ins Leben gerufen, die zu den Orten in Sevilla führt, die eng mit seinem Leben und Werk verknüpft sind. Der 1617 in Sevilla geborene Murillo hat hier auch den größten Teil seines Lebens verbracht. Er begann seine künstlerische Ausbildung bei Juan del Castillo, in dessen Werkstatt er fünf Jahre lang blieb. Im Jahr 1645 erhielt er seinen ersten großen Auftrag, eine Serie von dreizehn Ölgemälden für den Kreuzgang des Klosters San Francisco in Sevilla, die einen bemerkenswerten Einfluss von Van Dyck, Tizian und Rubens aufweisen. Der Erfolg dieser Gemälde sicherte ihm weitere Aufträge. 1646 s suchte er nach einem größeren Haus, in dem er seine Werkstatt unterbringen konnte. In seinem neuen Domizil in der Calle Corral del Rey erlebte er die Pest-Epidemie, die die Bevölkerung Sevillas um die Hälfte dezimierte. Trotz der darauf folgenden Wirtschaftskrise erhielt Murillo weitere Aufträge, u.a. das großformatige Ölbild der „Unbefleckten Empfängnis“ für das ehemalige Franziskaner- Kloster zu schaffen. Im Jahre 1658 zog er nach Madrid um, wo er wahrscheinlich Velazquez kennen lernte, der ihn mit der flämischen und venezianischen Malerei bekannt machte. 1658 kehrte Murillo wieder nach Sevilla zurück. Sein Ruhm breitete sich weiter aus und er erhielt den Auftrag, die Altarbilder und Seitenkapellen für die Kapuziner-Kirche in Sevilla als auch die Gemälde für den Kapitelsaal der Kathedrale von Sevilla zu gestalten. Noch im selben Jahr trat Murillo der Bruderschaft „Santa Caridad“ bei, was ihm erlaubte, die Kirche des Hospital Santa Caridad ausschmücken zu dürfen. 1681 erhielt Murillo seinen letzten künstlerischen Auftrag, nämlich die Altarbilder für die Klosterkirche der Kapuziner Sta. Catarina de Cádiz herzustellen. Am 3. April 1682 starb Murillo. Wer Urlaub in Andalusien macht,kann an vielen Stellen in Sevilla die Werke Murillos bewundern, so im Museum der schönen Künste, im Rathaus, in der Kathedrale, im Bischofspalast und im Hospital de la Caridad.





