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Geschichte zum Anfassen - die historischen Parks in der La Mancha

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Viele Deutsche, die Urlaub in Spanien machen, verbinden die Region Kastilien-La Mancha allein mit den Geschichten von Don Quijote de la Mancha. Doch wer sich neben Quijote und den herrlichen Weinen der Mancha-Region für die Geschichte dieser zentralspanischen Region interessiert, kann sich in gleich fünf archäologischen Parks auf faszinierende Weise in die Vergangenheit entführen lassen. In den gut ausgeschilderten Parks, die über die ganze Region verteilt sind, finden sich Reste von Ansiedlungen aus dem frühen Mittelalter, aus der Römerzeit und sogar aus der Bronzezeit. Zahlreiche Münzen, Hausrat und Werkzeuge wurden in den Fundstätten ausgegraben und in den Besucherzentren der Parks ausgestellt, wo auch die frühere Beschaffenheit der Siedlungen anhand von Modellen und audiovisuellen Vorführungen mittels englischsprachigen Führungen veranschaulicht wird. Die besten Jahreszeiten für eine Rundreise durch die archäologischen Parks sind das Frühjahr und der Herbst, wenn die Temperaturen milder sind. Ein guter Anfang, um die Vorgeschichte von Kastilien-La Mancha kennenzulernen, ist die Gegend von Carranque in der Provinz Toledo.

Der dortige Archäologische Park erstreckt sich auf beiden Seiten des Flusses Guadarrama. Der gute Erhaltungszustand des Nymphäums, von mehreren Mühlen und der „Villa de Materno“, einem Wohnhaus mit spektakulären Mosaikböden, wie auch eine Basilika mit beeindruckenden Marmorsäulen oder luxuriöse Wohnhäuser, die mit Heizung und fließendem Wasser ausgestattet waren, erleichtern es dem Besucher, sich mit etwas Fantasie in den Alltag des Römischen Reiches hineinzuversetzen. Auf eine Zeitreise ins Mittelalter begibt man sich, wenn man von Carranque aus in das 130 Kilometer entfernte Zorita de los Canes in der Provinz Guadalajara fährt. Die dortige Fundstätte birgt eine außergewöhnliche Stadt mit der Burg von Zorita de los Canes, einem Aquädukt und Steinbrüchen, die schon von den Westgoten genutzt wurden. 60 Kilometer von Zorita de los Canes entfernt befindet sich in Saélices (Provinz Cuenca) eins der bedeutendsten archäologischen Ensembles ganz Spaniens. Die dortigen Hügel waren bereits in der Eisenzeit besiedelt, aber besonders eindrucksvoll sind die Ruinen aus der Römerzeit wie das Theater und das Amphitheater aus der Zeit des Augustus.

Hellín in Albacete, nur wenig mehr als 200 Kilometer von Saélices entfernt, ist der nächste Halt auf der Fahrt in die Geschichte Zentralspaniens. Der Park, dessen Wahrzeichen ein großer Felsbrocken ist, führt zu Siedlungen, Stadtmauern und Verteidigungssystemen aus der Bronzezeit bis ins 10. nachchristliche Jahrhundert. Der Besuch lohnt sich auch wegen der römischen und islamischen Gräber sowie den Resten einer dreischiffigen westgotischen Basilika. Die Route endet in Ciudad Real in 280 Kilometern Entfernung von Hellín. Auf dem 33 Hektar großen Gelände kann man umgeben von Überresten aus der Bronzezeit sowie iberischen und mittelalterlichen Ursprungs einen angenehmen Tag genießen. Wer die dicken Festungsmauern durchschreitet und die mittelalterlichen Ruinen erkundet, die auf eine historische Schlacht zwischen Mauren und Christen zurückgehen, wird sich wie ein fahrender Ritter fühlen. Außerdem sind die Burg der islamischen Stadt Calatrava laVieja, die sich auf dem Gelände des Parks befindet, und der nahgelegene Nationalpark Tablas de Daimiel einen Besuch wert.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 17:53 Uhr  

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