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Hundeschlittentour - Lapplands Wildnis

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Hundeschlittentour durch die Wildnis Schwedisch-Lapplands Die Hunde, die nachher die Schlitten ziehen sollten, machen im ersten Moment einen recht ungestümen Eindruck. Jedoch erkennt man auf den 2ten Blick, dass sie den Gästen gegenüber sehr anhänglich und verspielt sind. Für alle, die sich vorgenommen haben die Schwedische Winterwelt mit dem Hundegespann zu erobern. Zuerst wird allen Teilnehmern ausführlich erklärt, wie man Schlitten fährt und wie der Umgang mit den Hunden abläuft. Dann zeigt der Guide, wie die Schlittenhunde eingespannt werden. Jeder Gast bekommt einen eigenen Schlitten mit 6 Grönlandhunden, wahre Kraftpakete. Schnell verlässt man nach ein paar Kilometern die kleine Siedlung, in der vor allem die Ureinwohner Lapplands leben. Überall an den Häusern wehen bunte Fahnen. Der Guide erzählt später, dass die Ureinwohner bis in die 80er und 90er Jahre noch um ihre Grundrechte kämpfen mussten, sich aber schon sehr viel verbessert hat. Heute leben die meisten nicht mehr von Rentieren oder von der Jagd, sondern haben ganz normale Berufe. Nur etwa 5 % von ihnen betreiben noch die alte Rentierzucht. Der weitere Weg führt nun hinein in die Wildnis.

Für drei Tage folgen wir nun nur dem Instinkt unserer Hunde und vertrauen auf deren Kräfte. Durch dichte Wälder folgen wir immer der Spur unseres Guides, der das erste Gespann steuert. Seine Hunde sind mit Abstand die stärksten, schließlich müssen sie durch den metertiefen Schnee laufen. Ein echter Knochenjob für die gerade mal 25-30 kg leichten Tiere. Aber sie lieben ihre Arbeit, und das merkt man ihnen an ! Direkt nach dem Essen verlassen wir die Spur im Wald und fahren weiter auf einem zugefrorenen See. Der Guide hat die Dicke des Eises geprüft, stolze 65 cm sind es. Somit können wir unbedenklich darauf fahren. Doch bevor wir es uns gemütlich machen können, müssen die Hunde versorgt und gefüttert werden. Danach muss Wasser vom Fluss geholt werden um Feuer zu machen. Jeder packt mit an und so wird es in der winzigen Hütte schnell warm. Bald dampft schon der Kaffee und das frische Rentierfleisch brät in der Bratpfanne. Am nächsten Morgen weckt uns die Sonne. In der Hütte ist es kalt geworden, kein Wunder, draußen ist es minus 25 Grad. Aber unser Guide, Mikel, hat den Ofen schon eingeheizt und serviert das Frühstück. Auch die Hunde sind längst versorgt. Für uns gibt es frischen Kaffe, Blaubeermarmelade und Pfannkuchen. Die zweite Etappe der Reise beginnt mit dem überqueren des Flusses und einer Fahrt steil bergauf. Schnell erreichen wir die Baumgrenze, die hier bei ca. 700 m Höhe liegt. Jetzt geht es hinein ins Hochfjäll, die sonnendurchflutete Landschaft, die erst im Winter ihren ganz besonderen Reiz bekommt. Während des Mittagessens erzählt uns Mikel, daß diese Landschaft im Winter von Tieren weitestgehend gemieden wird, da es besonders in den Monaten Januar und Februar hier oben sehr kalt werden kann. Manchmal fegen auch eisige Schneestürme über das Land. Die Samen treiben im Herbst die Rentiere hinunter ins Tal, weil sie hier oben nicht mehr genügend Nahrung finden.

Den dritten und letzten Tag wollen wir alle noch einmal so richtig nutzen und Kraft tanken für den Alltag. Denn schließlich müssen wir heute Abend schon wieder die Heimreise antreten. Nach dem Frühstück fahren wir über die schöne Hochebene in Richtung Süden. Mächtige Schluchten mit fast senkrechten Steilwänden wechseln sich ab mit den Ebenen zugefrorener Bergseen. Bei einer Sommerhütte der Rentierzüchter rasten wir ein letztes Mal, bevor wir kurz vor Einbruch der Dämmerung unseren Ausgangspunkt in der Zivilisation erreichen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 25. Oktober 2011 um 11:47 Uhr