Jeder, der von Italien spricht, himmelt die Toskana an. Die Kultur, das Essen und das Lebensstil prägen unsere Wahrnehmung von der malerischen Landschaft Italiens. Im späten Sommer entschieden wir uns, diese Vorstellung mal genauer zu überprüfen, ob alles der Wahrheit entspricht und buchten eins von all den vielen Ferienhäusern, die das Gebiet zu bieten hat. Wir flogen von Düsseldorf aus nach Pisa, die uns mit ihren kleinen und steilen Gassen zuerst überraschte. Unser Ferienhaus in der Toskana, mit einer Allee aus Steinchen mit der Außenwelt verbunden, lag imposant auf einer steilen Bergkuppe und wachte über die malerische Landschaft. Die Wahl des Ferienhauses war glücklich, denn viele andere Ferienhäuser, die wir vor der Reise anschauten, hatten keine solche bezaubernde Lage. Das wenig Geld war es allemal wert. Nun gingen wir los, um das kleine Örtchen Artimino zu erkunden. Die Spaziergänge, die Tasse Cappuccino in stilvollen Gemäuern und die Ausblicke über sanfte Hügel übertrafen unsere Vorstellung bei weitem. Was für eine unglaubliche Landschaft!
Nur wenige Kilometer südlich lag Florenz, die schönste Stadt der Welt, wie man oft hört. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg, um uns davon auch zu überzeugen. Wir liefen am Ufer des Arno entlang, vorbei am Botschaftsviertel mit ihren herrlichen Häusern. Schritt für Schritt näherten wir uns der Ponte Vecchio, der berühmten Brücke. Lauter Goldschmieden und Schmuckläden reihen sich aneinander und sehen aus, als würden sie an die Brücke gehängt. Wir liefen weiter zum Piazza della Signoria mit seinen wunderbaren Statuen. Die faszinierenden Details machen diese fast lebendig, als hätte der erstarrende Blick Medusas Menschen zu Marmor werden lassen. Eine Ecke weiter entdeckten wir die nächste Sensation, den Dom Santa Maria del Fiore. Beinahe wäre mir von den Dimensionen dieses Gebäudes schwindelig geworden. Die Streifen von weißem und grünem Marmor, die Verzierungen an jeder Kante verstärken dieses Gefühl.
Uns wurde geraten, Lucca zu besuchen und diesem Ratschlag sind wir auch gefolgt. Dieser typisch toskanische Ort ist komplett von einer Stadtmauer umgeben, in seinen schmalen Gassen hängen Wäscheleinen von Haus zu Haus. Kleine Geschäfte, Märkte und Straßencafes bereichern die Ortschaft und erschaffen eine typisch italienische Stimmung, la Dolce vita. Nach einem Abstecher in die Stadt, begannen wir unseren Weg zurück nach Pisa, um in unserem idyllisch gelegenen Ferienhaus in der Toskana uns eine Ruhepause zu gönnen. Danach nutzen wir die Zeit, nach dem Wahrzeichen der Stadt zu suchen. Wir liefen an paar wunderbaren Ferienhäusern vorbei, bis wir an eine enge Gasse kamen, die uns an die Arno-Ufer führte. Entlang der Ufer erreichte wir die Fußgängerzone der Stadt und bemerkten, dass Pisa viel mehr zu bieten hat, als nur einen schiefen Turm. Alleine schon der Dom ist eine Sehenswürdigkeit, nur dass die besondere geneigte Lage des Turmes alles andere in den Schatten stellen ließ. Abends vor der Abreise kehrten wir zum Ferienhaus zurück und genossen die idyllische Aussicht von der Terrasse.
Seit einigen Tagen gehören wir auch zu denen, die schwärmen, wenn sie von der Toskana sprechen.





